Krampusse und Perchten

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, worin Krampus und Percht sich unterscheiden? Wenn sie im Dunklen auf uns zukommen, schenken wir den kleinen aber feinen Unterschieden meist wenig Beachtung, da ihr verzerrten Fratzen, großen Hörner und dicken Felle unsere Aufmerksamkeit komplett in Anspruch nehmen.

Krampus und Percht – was unterscheidet sie?

Ja, es gibt einen Unterschied zwischen Krampus und Percht, auch, wenn die beiden Gestalten und ihr Brauchtum oft vermischt werden. Immerhin ist es ja auch gar nicht so leicht die beiden auseinanderzuhalten. Ich möchte dir ein paar Anhaltspunkte geben, mit denen es dir trotzdem gelingt.

Der Unterschied liegt vor allem in der Funktion der Gestalt und dem Datum ihres Auftretens:

Percht

Perchten treten nach Weihnachten auf. Sie vertreiben die Wintergeister und werden im Volksmund als Glücksbringer gesehen.

Die Kostüme kennen keine Grenzen, da sie eher den persönlichen Vorstellungen des Wintergeistes entsprechen. Die Maske ist meist schwerer als die des Krampus. Ein prägendes Merkmal sind die Anzahl der Hörner – da die Perchten-Masken Tiergesichten nachempfunden sind, werden sie mit mehr als zwei Hörnern dargestellt. Das wichtigste Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der die bösen Geister des Winters vertrieben werden sollen.

Krampus

Der Krampus begleitet den Nikolaus um die unartigen Kinder zu bestrafen. Krampusse treten anders als Knecht Ruprecht meist in Gruppen auf. Im Gegensatz zu den Perchten zählt der Brauchtum des Krampus zur Adventzeit.

Die Sagengestalt ist eine Mischung aus Mensch und Bock. Die Maske zeigt meist ein schmerzverzerrtes Gesicht mit herausgestreckter Zunge. Weitere Utensilien sind ein Mantel aus Schaf- oder Ziegenfell, eine Holzmaske – auch Larve genannt – aus Zirben- oder Lindenholz, Kuhglocken, Rosschwanz, Weidenrute und Butte, in der die unartigen Kinder mitgenommen werden.

Lärmende Perchten

Krampus- und Perchtenbrauchtum haben verschiedenen Ausprägungen, je nachdem in welcher Region der Brauchtum gelebt wird.

Perchtläufte sind lärmende Umzüge, bei denen die düsteren Gestalten von anderen dämonischen Wesen begleitet werden. Ihr Auftritt findet vor allem auf der Straße statt. Die Perchten am Tag, Schönperchten, werden als gutes Omen angesehen. Sie wünschen den Dorfbewohnern Glück und Segen. Die Schiachperchten treten oft in großer Zahl in der Nacht auf, um die schlechten Geister zu vetreiben.

In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr begleiten sie im Volksmund Frau Holle bei ihrer wilden Jagd. Gemeinsam mit Frau Holle überwachen sie die Ernährungs-, Sauberkeits- und Arbeitsvorschriften der Bevölkerung und bringen den einzelnen Häusern, je nach Verhalten der Bewohner, Segen oder Mahnung.

Rituale in der Rauhnacht:

  • Räuchern um böse Geister zu vetreiben und gute ins Haus einzuladen
  • Ein Licht am Fenster stehen lassen – damit Frau Holle und ihre Truppe am Haus vorbeiziehen

Der Krampus holt die unartigen Kinder

Das Treiben des Krampus findet vor allem drinnen statt. Gemeinsam mit dem Nikolaus besucht er Haushalte und ist das Gegenstück zum guten Nikolaus. Er fragt die Kinder, ob sie artig gewesen sind und erinnert sie daran auch in Zukunft brav zu sein. Gleichzeitig vertreibt er mit seiner Anwesenheit die bösen Geister der Haushalte.

Um den Krampus, wie um den Nikolaus ranken sich noch andere düstere Theorien. Dass der Krampus auch für schaurige Geschichten herangezogen wird, beweist uns der Film „Krampus“.

Wie geht es Krampus und Percht in der heutigen Zeit?

Natürlich entwickeln sich alle noch so alten Bräuche mit den Generationen weiter und werden an neue Zeiten angepasst. Auch unseren Perchten und Krampusse geht es da nicht anders.

In der Regel sind es heutzutage örtliche Vereine, die noch Perchtenkostüme herstellen und Perchtenläufe veranstalten. Nach wie vor finden Perchtenläufe heute grundsätzlich in der Nachweihnachtszeit statt, allerdings vermischen sich immer häufiger Krampus- und Perchtenläufe. Der Nikolaus wird also nicht nur mehr vom Krampus sondern auch von Perchten begleitet. Perchtenläufe finden auch deshalb oft in der Vorweihnachtszeit statt, da sie als touristische Attratkion gelten – ganz Dark Tourism.

Auch an den Kostümen tut sich das ein oder andere. Normalerweise bedecken Krampusmasken den gesamten Kopf, es wird jedoch modern Holzmasken zu tragen, die das Kinn un die Unterlippe freihalten. Die dadurch sichtbaren Gesichtsteile werden mit einer entsprechenden Farbe bemalt, damit die Masken realer aussehen, da der Läufer den Mund bewegen und die Zunge herausstrecken kann.

Der Träger muss nur vorsichtig sein, dass die Kinder ihn dann nicht an der Zunge packen ;P

Wenn man sich bei schaurigen Bildern schnell unwohl fühlt, das folgende Video bitte mit Bedacht ansehen.

Ein Beispiel eines Perchtlaufes in Österreich

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